Also, mal ehrlich: Wenn das eigene Kind plötzlich Atemnot bekommt, die Haut sich verändert oder es sich übergeben muss, gerät man schnell in Panik. Und das ist auch verständlich! Doch genau in solchen Momenten zählt Ruhe, Wissen und schnelles Handeln. Schon mal darüber nachgedacht, dass viele Eltern Allergiesymptome mit einer normalen Erkältung verwechseln oder die ersten Warnzeichen einfach nicht richtig deuten? Deshalb möchte ich Ihnen heute erklären, wie Sie eine Anaphylaxie erkennen bei Kindern, was Sie bei einem allergischen Schock tun sollten und wie die Erste Hilfe allergischer Schock in der Praxis aussieht – inklusive der richtigen Notfallpen Anwendung.
Allergiesymptome oder doch nur eine Erkältung?
Ein häufiger Fehler ist, Allergiesymptome mit häufigen Kinderkrankheiten wie Erkältungen zu verwechseln. Dabei ist es besonders wichtig, die Unterschiede zu kennen. Erkältungen gehen meist langsam los, bringen Husten, Schnupfen und leichtes Fieber mit sich. Allergien hingegen zeigen sich häufig abrupt und können ganz andere Beschwerden verursachen.
Typische Hinweise, dass es sich um eine Allergie handeln könnte:
- Plötzliches Anschwellen von Augenlidern oder Lippen Roter, juckender Hautausschlag (Nesselsucht) Atemnot oder pfeifende Atmung ohne Fieber Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen ohne Infektion Schnelle Reaktion auf Kontakt mit bekannten Allergenen (z.B. Erdnüsse, Insektenstiche)
Und was bedeutet das jetzt für Sie? Wenn Sie merken, dass Ihr Kind neben typischen Erkältungssymptomen solche Anzeichen zeigt, sollten Sie hellhörig werden und besser einmal zu viel als zu wenig reagieren.
Wie sieht eine Atemwegsallergie bei Kindern aus?
Atemwegsallergien sind bei Kindern besonders ernst zu nehmen, da sie schnell zu einer Anaphylaxie, also einem lebensbedrohlichen allergischen Schock, führen können.
- Symptome: Keuchen, pfeifende Atmung, Husten, plötzliche Atemnot, Engegefühl in der Brust, Heiserkeit Typischer Verlauf: Innerhalb von Minuten bis Stunden nach Kontakt mit einem Allergen
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein fünfjähriges Kind bekam nach einem Insektenstich plötzliche Atemnot. Die Eltern wussten den Notfallpen (Adrenalin-Autoinjektor) richtig zu benutzen, und nach der fehlerfreien Anwendung ging es dem Kind schnell besser.


Hautsymptome, die auf eine Allergie hindeuten könnten
Oft sieht man bei einer allergischen Reaktion Hautveränderungen. Diese sind manchmal der erste Hinweis auf einen allergischen Schock.
- Rote Quaddeln (Urtikaria) oder Nesselsucht, die schnell auftritt Blasses, manchmal bläuliches Hautbild bei gleichzeitigem Schock Schwellungen an Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals (Angioödem) Juckreiz oder Brennen
Magen-Darm-Beschwerden können auch Alarmzeichen sein
Schon mal darüber nachgedacht, dass Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen nicht immer eine Magen-Darm-Infektion sein müssen? Gerade bei Nahrungsmittelallergien können diese Symptome plötzlich auftreten und ein Zeichen für eine beginnende Anaphylaxie sein.
Besonders wenn diese Beschwerden zusammen mit Haut- und Atemwegssymptomen auftreten, sollte sofort gehandelt werden.
Erste Hilfe: Wie verhalte ich mich beim allergischen Schock?
Bei einem allergischen Schock zählt jede Sekunde. Die richtige Erste Hilfe allergischer Schock kann Leben retten. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Ruhe bewahren und Kind beruhigen. Panik überträgt sich sofort und verschlimmert die Situation. Notarzt rufen: 112 anrufen und die Situation erläutern. Notfallpen (Adrenalin-Autoinjektor) anwenden: Falls das Kind einen hat, sofort die Notfallpen Anwendung ausführen. Meist wird die Injektion in den Oberschenkelmuskel gegeben. Kind lagern: Im Schock flach hinlegen, Beine hochlagern, um den Blutdruck zu stabilisieren. Falls Atemnot groß ist, kann eine leicht erhöhte Oberkörperlage helfen. Atemwege freihalten und Atmung beobachten. Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Symptomtagebuch führen: Notieren Sie die Symptome und die Zeit der Notfallpen-Anwendung. Das erleichtert später dem Arzt die Diagnose und Therapie.Übrigens: Die meisten Kinder in unserer Praxis, die rechtzeitig die Notfallhilfe bekamen, erleben keine bleibenden Schäden und können danach gut mit ihrer Allergie leben. Ein Junge, der beim Geburtstagseinladungen plötzlich Luftnot bekam, war danach mit Notfallpen und Schulplan bestens gerüstet – und kann heute ganz normal mit seinen Freunden spielen.
Symptomtagebuch: Ein wertvolles Werkzeug
Ein hilfreiches Instrument zur besseren Einschätzung der Allergie ist das Symptomtagebuch, das Sie auch auf allergiecheck.de finden. Dort können Sie täglich eintragen, wann und wie schlimm die Symptome auftraten, welche Lebensmittel oder Situationen vorangingen und wie die Behandlung war. Das gibt Ihrem Kinderarzt wichtige Hinweise und hilft, gefährliche Situationen Besuchen Sie diesen Link besser einzuschätzen.
Wichtig: Nicht einfach "Weglassen" – Allergien smart managen
Ein weiterer Fehler ist, bei Verdacht auf Allergie einfach alles zu verbannen, was irgendwie im Verdacht steht. Schon mal darüber nachgedacht, dass strenge Vermeidung nicht immer die beste Lösung ist? Gerade bei Kindern kann das soziale und Entwicklung leider einschränken oder sogar neue Ängste schüren. Ein gezieltes Management, begleitet von Experten, ist der bessere Weg. Und wie Sie das zu Hause am besten umsetzen, erkläre ich Ihnen gerne persönlich.
Fazit: Wie erkenne ich eine Anaphylaxie beim Kind und was mache ich dann?
Symptom Typische Anzeichen Was tun? Atemwege Atemnot, Pfeifen, Husten, Engegefühl Notfallpen anwenden und Notarzt rufen Haut Nesselsucht, Rötungen, Schwellungen im Gesicht Erste Hilfe, Arzt informieren Magen-Darm Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit Beobachten, bei Kombination mit anderen Symptomen Notfallmaßnahmen ergreifenUnd jetzt atmen Sie erst mal tief durch. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind ungewöhnliche Symptome zeigt, machen Sie sich Notizen, nutzen Sie das Symptomtagebuch und suchen Sie Ihren Allergologen oder Kinderarzt auf. Ein Notfallplan und die richtige Schulung im Umgang mit dem Notfallpen sind entscheidend. Genau wie bei dem kleinen Mädchen aus unserer Praxis, das nach seinem allergischen Schock jetzt selbstbewusst mit seinen Eltern den Alltag meistert.